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Krebserkrankungen

Das 21. Jahrhundert beginnt mit hochinteressanten und vielversprechenden Entwicklungen in der Krebstheraphie. Merck hat sich für die Entwicklung von Krebstherapien nach biologischem Vorbild entschieden. In diese spezifisch ursachengerichteten, innovativen Therapien, die auf die drängendsten Fragen der medizinischen Onkologie abgestimmt sind, bringt das Unternehmen sein gesamtes Wissen und Können ein.
Krebserkrankungen sind nach Herzkrankheiten die zweithäufigste Todesursache in den USA und Europa. Obwohl im Vergleich zu den Siebziger Jahren heute die meisten Krebsformen nicht mehr unausweichlich zum Tod führen, hat sich die tatsächliche Zahl krebsbedingter Todesfälle erhöht. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass in den Industrieländern der Anteil der über 65jährigen in der Gesamtbevölkerung zunimmt und insbesondere Menschen dieser Altersgruppe von Krebserkrankungen betroffen sind.
Bei der Therapie vieler Krebserkrankungen wurden im letzten Jahrzehnt bedeutende Fortschritte erzielt, sowohl im Hinblick auf die Überlebenszeiten als auch die Lebensqualität von Krebspatienten.
In den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts lebte nur noch einer von vier Krebspatienten fünf Jahre nach Diagnosestellung. Heute kann man davon ausgehen, dass vier von zehn Patienten mit diagnostiziertem Krebs in fünf Jahren noch leben werden. Das wichtigste Ziel der medikamentösen Therapie ist jedoch, die Bildung und Ausbreitung von Metastasen zu verhindern da sie in 90% der Krebsfälle die Todesursache sind.
Die Eckpfeiler der Krebsbehandlung sind auch heute immer noch die Chirurgie, sowie die Strahlen- und Chemotherapie. In der Zukunft werden jedoch völlig neuartige Biotherapeutika bald die Krebstherapie revolutionieren und ein integraler Bestandteil der meisten Behandlungsstrategien werden.
In der Krebstherapie macht man sich die Eigenschaft von Antikörpern, bestimmte Strukturen (z.B.: EGFR) gezielt zu erkennen und zu binden zu Nutzen. Durch Bindung an bestimmte Moleküle auf der Oberfläche von Krebszellen können sie unterschiedliche Vorgänge, die für das Tumorwachstum von Bedeutung sind, blockieren.
Bei Darmkrebs kommen bereits zwei Antikörper zum Einsatz:
  • Einer dieser Antikörper ist gegen den Rezeptor für den so genannten epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (auch EGFR genannt, aus dem Englischen "epidermal growth factor receptor") gerichtet. Solche EGF-Rezeptoren sind an der Entstehung und dem Fortschreiten vieler häufiger Krebserkrankungen, wie z.B.  Darmkrebs, Lungenkrebs oder Tumoren an Kopf und Hals beteiligt. Durch die Bindung des Antikörpers an den EGF-Rezeptor wird zum einen die Weiterleitung des Signals "Erhöhte Zellteilung - Tumorwachstum!" blockiert und Wachstum und Bildung von Absiedelungen des Tumors vermindert. Des Weiteren werden die Abwehr-mechanismen des körpereigenen Immunsystems angeregt und können ihrerseits Krebszellen erkennen und zerstören. Der EGFR Antikörper wird sowohl als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie, je nach Stadium der Erkrankung, eingesetzt.
  • Der zweite Antikörper verhindert die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor und seiner Umgebung. Dadurch wird die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen gestoppt und so das Wachstum der Krebszellen gehemmt.  Dieses Medikament wird zusammen mit einer Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarm- und Enddarmkrebs angewendet
Nach neusten Erkenntnissen ist es für die Therapiewahl entscheidend, vor Therapiebeginn ein weiteres Tumormerkmal zu bestimmen:
KRAS ist ein kürzlich identifizierter Biomarker, der Auskunft darüber geben kann, ob ein Patient auf eine EGFR-Antikörpertherapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom anspricht oder nicht. Dazu muss der Status des KRAS-Gens im Tumor getestet werden, das entweder normal ("Wildtyp") oder unnormal ("mutiert") ist.

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